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Sonntag, 1. März 2009

Notizen aus dem Fernen Osten

Willkommen zurück nach schon wieder zwei Monaten Schweigen, die leider schon fast eine Gewohnheit geworden sind und der Beweis, dass ich keine Guten Vorsätze für das Neue Jahr hatte. Allerdings habe ich etwas besonderes für meine werten Leserinnen und Leser, um das wieder gut zu machen.

Ich habe etwas interessantes zu berichten, nämlich von einer Reise nach Minsk über Neujahr und die folgende Woche. Das ist die Hauptstadt von Weißrussland, das früher Teil der Sowietunion war. Also der Ort, dem nostalgische Zungen nachsagen, dass diese Zeiten dort noch irgendwie weiterleben und den politisch denkendere Menschen als die letzte Diktatur in Europa bezeichnen. Nur als Erinnerung für alle, denen es zu peinlich wäre, zuzugeben, dass das für sie neue Informationen sind. Natürlich weiß ich, dass das Wissen der überwältigenden Mehrheit meiner werten Leserinnen und Leser weit darüber hinaus geht.

Ein ziemlich exotisches und aufregendes Reiseziel also - obwohl es in der Daily Mail Top Ten Liste der Reiseziele 2009 ist - und deshalb habe ich viel zu erzählen. Um meine lieben Leserinnen und Leser nicht zu sehr zu beanspruchen, zu langweilen oder von anderem abzuhalten, kommen die Geschichten in Teilen verteilt auf die nächsten Tage. Also, schaut wieder vorbei, denn es gibt viel zu erzählen von einer sehr angenehmen Reise mit vielen neuen Eindrücken und Anekdoten.

Für heute lade ich hier erstmal die Bilder ab und sage dranbleiben, wenn hier die erste Märchenstunde losgeht, in, sagen wir, drei Tagen.

Minsk


Silichi


Babruysk


Unterwegs


Kultur

Donnerstag, 18. September 2008

Schon wieder zwei Monate

Schon wieder zwei Monate vorbei, dabei hatte ich ja eigentlich versprochen, öfter zu schreiben. Ich bitte um Verzeihung und halte mich dafür dieses Mal mit einem ähnlichen Versprechen zurück. Das heißt natürlich mitnichten, dass ich nicht mehr schreiben würde, oder dass es nichts zu berichten gäbe. Auch an Ermunterung seitens meiner werten Leserinnen und Leser fehlte es nicht. Im Gegenteil, ich werde weiterhin schreiben und hoffe, dass es auch weiterhin lesenswert bleibt.

Für heute beschränke ich mich mal wieder darauf, ein paar Bilder abzuladen, die natürlich wie immer nicht unkommentiert sind. Auslandsbilder sind auch dieses Mal wieder dabei, denn mit Wales habe ich ein weiteres Land des Vereinigten Königreichs besucht. Es gibt also einige weitere Pins auf meiner Karte.

Beginnen wir also mit Llandudno, Wales. Ein hübsches Seebad, komplett mit Pier wie es sich in Großbritannien gehört. Das besondere an Llandudno ist neben dem Namen der Berg direkt am Meer, von dem man einen netten Blick auf die Bucht hat und mit der längsten Seilbahn der Insel wieder runterfahren kann.

Llandudno


Dann war ich in York, das keine Hochhäuser hat, dafür aber ein Münster, das in einer Kategorie das größte ist – ich glaube, die Formulierung war irgendetwas mit Kirche einer bestimmten Konfession nördlich der Alpen. Eine Mauer gibt es auch, die geht aber um die Stadt herum und es ist kein einziges Graffiti zu sehen.

York


Ein weiteres Ereignis war die Manchester Pride Parade, nicht am Christopher Street Day, sondern mitten im "Sommer" (es hat tatsächlich nicht geregnet). Nett anzuschauen und ein bisschen wie Faschingsumzug nur ohne Kamellen und in rosa.

Machester Pride Parade


Ein paar Bilder aus Buxton, einem kleinen Städtchen am Rande des Peak Districts habe ich auch noch. Interessant hier das sehr nett restaurierte Opernhaus – etwas, das man in einem solchen Kurort nicht erwartet und schon gar nicht so barock. Kunstgeschichtler mögen mich jetzt steinigen, weil das ganz und gar nicht die Epoche ist, aber es ist innen hübsch verschnörkelt mit Fresken und Engeln.

Buxton


Zum Schluss hätte ich dann noch den bisherigen Höhepunkt: Lake District. Mit Abstand die schönste Gegend in England, ein bisschen wie Schweiz in klein, also Berge und Seen. Sehr viel grün und romantisch, was auch einige Schriftsteller angezogen hat. Ich bin dann auch zum ersten Mal hier Auto gefahren, was am Ende doch weniger nervenaufreibend war als ich vermutet hätte. Die Engländer fahren bekanntlich auf der falschen Straßenseite - glücklicherweise machen das alle, so dass das das geringere Problem ist. Interessant wird es dadurch, dass die Straßen eng sind, dass es schon Donnerstags an manchen Stellen fast überlaufen ist und dass man hier keine Weidezäune baut, sondern gleich Mauern, am besten direkt neben der Straße. Trotzdem haben ich und das Auto es ohne Kratzer überlebt und ich habe viele hübsche Bilder mitgebracht und das Ziel, da nochmal hinzumüssen.

Lake District


Das sei dann aber ein Thema für eines der nächsten Male. Ich will wie gesagt nichts versprechen, aber vielleicht schaffe ich es ja, demnächst etwas zeitnaher zu bloggen.

Ein kleines Postskriptum hätte ich auch noch, inzwischen habe ich nämlich eine gut geübte Stadtführung durch Manchester. Dank an meine Besucherinnen und Besucher, die mir beim Testen geholfen haben, Testpersonen für weitere Verfeinerungen sind jederzeit willkommen.

Montag, 7. Juli 2008

Long time, no blog

Ich habe ja wirklich lange nichts von mir hören lassen, aber ich war mal wieder entweder zu faul oder zu beschäftigt, um etwas zu schreiben. Deswegen lade ich hier einfach eine Menge Bilder und ein bisschen Text ab, bitte meine geduldigen Leserinnen und Leser vielmals um Entschuldigung und verspreche, zukünftig wieder etwas zeitnaher und ausführlicher zu bloggen.

Das Wichtigste also zuerst: ich bin umgezogen, und zwar in ein schnuckeliges Haus mit Garten und drei anderen Computer Science PhDs. Alle Eure Urlaubspostkarten sendet ihr jetzt bitte an 3 Hadfield Close, Manchester M14 5LY, United Kingdom. Oder eben an die Uni-Adresse rechts nebenan. Besucher zur Ablenkung sind an ersterer Adresse natürlich jederzeit willkommen und jetzt habe ich sogar noch mehr Platz für Euch.

Ansonsten läuft hier alles wie gehabt. Ich bin ein bisschen in England unterwegs gewesen und habe mir unter anderem Liverpool angeschaut. Das ist dieses Jahr besonders interessant, weil die Kulturhauptstadt sind, also das richtig gemacht haben, was Karlsruhe falsch gemacht hat.

Das erste Mal Liverpool war ein Nachmittag mit dem üblichen Sightseeing, das man dort gemacht haben muss, Bilder habe ich natürlich auch davon. Das beinhaltet die beiden Kathedralen (~1900 und ~1970 fertig gestellt), das Albert Dock und natürlich das Cavern Quarter, wo die Beatles ihren ersten Auftritt hatten.

Das zweite Mal ein paar Wochen später bin ich mit 10.000 anderen Leuten durch einen Straßentunnel unter dem Mersey gelaufen, der dafür gesperrt war. Zurück ging es mit einem Oldtimer-Bus und der Fähre. Danach nochmal die gleiche Tour wie beim ersten Mal, da meine Begleitung das noch nicht gesehen hatte und in der Mehrzahl war.

Dann war ich in Blackpool, einem - also eigenlich dem berühmtesten - Strandbad nördlich von Liverpool. Das hat schon bessere Tage gesehen und war alles etwas abgerissen und kitschig, muss man aber trotzdem mal gesehen haben.

Was ganz anderes war dann ein kurzer Abstecher nach Amsterdam, das sehr hübsch ist und auch viel besseres Wetter hat. Da war ich dann ein drittes Mal in Liverpool, aber nur auf dem Flughafen.

Dann gab es noch so Kleinigkeiten wie das Ruderrennen zwischen den Universitäten Salford und Manchester (6-1 für Manchester).

Also schaut Euch die Bilder an und akzeptiert meine Entschuldigung und mein Versprechen, hier öfter mal wieder zu schreiben.

Freitag, 18. April 2008

Auslandsreise

Ich habe es letztes Wochenende geschafft, das erste Mal ins benachbarte Ausland zu verreisen. Genauer gesagt nach Edinburgh, der Hauptstadt von Schottland. Große Unterschiede gibt es auf den ersten Blick keine, die fahren auch auf der falschen Straßenseite, die Geldscheine sehen fast gleich aus (steht aber Bank of Scotland drauf) und das Wetter ist auch nicht besser.


Der erste Kontakt mit Einheimischen dann in der Fußgängerzone: kaum hatten wir den Reiseführer aufgeschlagen, um herauszufinden, wo man denn etwas zu Essen finden kann, bietet uns eine Frau mit eindeutig schottischem Akzent, aber trotzdem verständlich, Hilfe an. Ihr Tipp war der unterirdische Food Court eines Einkaufszentrums, wo es nur Sandwiches und Fast Food gab. Also die nächste Erkenntnis: kulinarisch sind die Schotten auch nicht besser.

Wenn man von schottischem Essen spricht, muss man natürlich auch Haggis erwähnen. Die Beschreibung (von einer weiteren Einheimischen) klingt wenig appetitlich: man nimmt ein Schaf, gibt das Fleisch jemand anderem, mischt den Rest mit Hafermehl, Zwiebeln und Gewürzen, stopft es in den Schafsmagen und kocht es. Dazu gibt's "neeps and tatties", also Steckrüben und Kartoffelbrei. Das fertige Gericht sieht aber bedeutend appetitlicher aus und das Haggis selbst schmeckt bratwurst-ähnlich, also durchaus akzeptabel. Mehr als akzeptabel ist übrigens schottischer Whisky (man beachte das fehlende e, das wäre dann irischer Whiskey).


Abgesehen von Fressen und Saufen ist Edinburgh eine äußerst hübsche Stadt. Die Haupt-Sehenswürdigkeit ist die Burg auf einem Berg in der Mitte, die aus irgendwelchen Gründen an diesem Wochenende freien Eintritt (sonst £8-£11, also 10-14€) bot, mit entsprechend langem, aber britisch-diszipliniertem, Schlangestehen. Der Rest der Altstadt ist sehr kompakt, hügelig, mit Brücken über tiefer gelegene Straßen. Es gibt auch noch eine New Town (neu heißt hier 200 Jahre), die etwas regelmäßiger und "amerikanischer" angelegt ist. Alles sehr hübsch und wenn man sich umschaut, ist es klar, dass Joanne K. Rowling hier lebt und Harry Potter und Hogwarts erfunden hat.

Eine weitere Empfehlung für Abendgestaltung in Edinburgh: eine Ghost Tour. Die gibt es wohl in verschieden ernsten Varianten, also mit Erschrecken und mit Touren durch Gänge unterhalb der Stadt. Unsere Tour war eine eher lockere Wanderung ohne Erschrecken und übertriebene Dramatik, dafür aber mit einer kompetenten Führerin, die viele nette und einer solchen Tour angemessene Geschichten über Edinburgh zu erzählen wusste.


Also: sehr empfehlenswert und auch der Weg von Manchester nach Edinburgh führt durch hübsche Landschaften, die für sich genommen sicher einen Abstecher wert sind. Doch seien das für heute genug der Worte, hier sind meine Bilder.

Sonntag, 6. April 2008

Vom Einwohner zum Tourist

Ich sollte öfter Besuch bekommen (ja, das ist eine Aufforderung). Dann kann ich nämlich meine geheimen Fähigkeiten als Touristenführer auspacken und sehe selbt neue Dinge hier in Manchester wie an diesem Wochenende.

Deswegen nun als Referenz zwei Nachmittagstouren. Am ersten Nachmittag durch die Innenstadt mit den Stationen Chetham's Library mit Probesitzen auf dem Lieblingsplatz von Marx und Engels in der kleinen aber sehr hübschen Bibliothek, die so schön nach den alten Büchern riecht, die dort in den Regalen stehen. Dann weiter zur nächsten Bibliothek, der John Rylands Library, gebaut erst um 1900, aber trotzdem gotisch, sieht fast wie eine Kirche aus und ist innen sehr sehenswert. Als Kontrast dann eine echte Kirche, die Kathedrale von Manchester, und der gläserne Klotz des Beetham Towers, in dem das Hilton Hotel ist, von dessen Cafe Cloud 23 im Stockwerk mit derselben Nummer man einen ganz netten Bilck hat. Man darf die Karte, die man gereicht bekommt, auch wieder zurückgeben, ohne etwas konsumiert zu haben. Dann noch eine Runde entlang der Kanäle in Castlefield. Diese Tour bekommen meine nächsten Besucher übrigens nochmal, denn ich Trottel habe meine Kamera daheim liegen gelassen und kann nur Bilder einer Handy-Kamera anbieten.


Der nächste Nachmittag dann Salford Quays, ein Ex-Hafenviertel, wo intensiv neu gebaut wird. Dort steht auch das Imperial War Museum North, das wie erwartet Bilder und Zeugs hinter Glas aus den beiden Weltkriegen austellt, aber immerhin die Botschaft rüberbringt, dass Krieg nicht toll ist. Die zugige Aussichtsplatform des von Daniel Liebeskind entworfenen Gebäudes gibt einen Blick auf Industriegebiete und eben jenes Ex-Hafenviertel mit Baustellen. Das Manchester United-Stadion sieht man noch, aber auch das macht die Aussicht nicht unbedingt atemberaubend. Immerhin kostet das alles nichts, denn die meisten Museen, auch die obigen Bibliotheken, verlangen hier keinen Eintritt, sondern haben Spendenboxen aufgestellt, die einen bestimmten Betrag als Spende vorschlagen. Sonst gibt es an den Salford Quays noch ein Einkaufszentrum, das Lowry, mit einer Galerie und einem Theater und viel Platz, um an Hafenbecken entlang zu flanieren, was je nach aktuellem Status des englischen Wetter ganz angenehm sein kann. Meine Kamera hatte ich dabei, deswegen habe ich auch Bilder davon.


Sonntag Mittag noch ein kurzer Besuch in den Victoria Baths (geöffnet 1906-1993), die gerade renoviert werden und einmal monatlich Tag der offenen Tür mit Führungen haben. Sieht schon ganz hübsch aus, alles verschnörkelt und stilvoll. Bemerkenswert zunächst, dass es drei Schwimmbecken gibt: Erste Klasse für Männer, zweite Klasse für Männer und eines für Frauen. Das Wasser kam frisch in das erste dieser Becken, wenn man den Boden nicht mehr sehen konnte, wurde es gefiltert und in das nächste Becken gepumpt. Weiterhin interessant natürlich die Maße: jedes Becken ist 25 Yards lang, die Breite ist je unterschiedlich, wird aber genauso wie die Tiefe in Fuß gemessen. Auch hier habe ich an die Kamera gedacht und kann Bilder zeigen.

Sonntag, 30. März 2008

Peak District II

Weil's so schön war dieses Wochenende also nochmal Peak District. Dieses Mal mit den PhD-Mentoren (ja, sowas gibt es hier), also PhDs im dritten Jahr, die sowas traditionellerweise immer um Ostern herum organisieren.

Also gleicher Zug wie am letzten Wochenende, nur ein Stunde früher und mit Aussteigen zwei Stationen früher. Das Ziel war Kinder Scout, der höchste Berg, wie bereits erwähnt ganze 636m, aber immerhin hat er keinen irreführenden Namen. Allerdings kann er das mit Wind und Regen und ungemütlich mindestens so gut wie ein Erwachsener, was den Genuss der Wanderung etwas trübte. Glücklicherweise wurde es erst nach dem Mittags-Picknick kurz vor dem Gipfel richtig ungemütlich, so dass wir bis dahin zwar keine ungetrübten, aber trotzdem durchaus hübsche, Aussichten hatten.

Ein Randnotiz kommt natürlich auch noch, diesmal betreffend der Pubs in Edale. Das erste davon hat tatsächlich zwei Eingänge, zur “Hikers Bar” und zur “Locals Bar”. Einige Fragen drängen sich auf: was unterscheidet die beiden Bars? Was passiert, wenn man die falsche betritt? Sind Dritte, z. B. Radfahrer, nicht willkommen?

Eine mögliche Erklärung für die Trennung ergab sich dann auf dem Rückweg, denn eine Gruppe Wanderer, die in typisch englischem Wetter über entsprechend schlammige Wiesen gelaufen ist, möchte man nicht überall haben. Das Pub, das wir aufsuchten, wollte keine schmutzigen Schuhe in den Teppich-Bereichen haben. Fair Enough sagt man da, wobei es wohl auch Pubs mit Schildern “Muddy Shoes Welcome” geben soll.

Für alle, die bis hier durchgehalten haben, gibt es nun wie immer die Bilder.

Montag, 24. März 2008

Peak District

Stadt hatte ich genug in letzter Zeit, also heute mal raus ins Grüne: eine Stunde Zugfahrt nach Hathersage im Peak District. Darunter stellt man sich als Mitteleuropäer ein paar mächtige Berge vor, aber enttäuschenderweise ist der höchste “Berg” dort gerade mal 636m hoch (ja, europäische Meter, keine andere absurde Maßeinheit) und wir haben es auf etwas über 400m geschafft. Trotzdem ganz nett und mindestens so windig wie auf “echten” Bergen.

Interessante Begebenheit am Rande: es scheint etwas typisch deutsches zu sein, dass man gekochte Eier zum Picknick mitnimmt. Ich habe das eher zufällig gemacht, aber alle der drei anderen anwesenden Deutschen hatten dieselbe Idee. Dabei waren drei der vier Eier nicht einmal gefärbt, es ist also auch unabhängig von Ostern und wir alle hatten überlegt, wie man am besten Salz mitnimmt. Wir haben uns dann Salz aus einer kleinen Dose, in der man früher (analoge!) Filme aufbewahrt hat, geteilt.

Auch hier wieder am Ende: die Bilder.

Freitag, 21. März 2008

London für Anfänger

Heute mal ein Ortswechsel, ich hätte ein paar Notizen aus London zu bieten, wo ich Mittwoch und Donnerstag verbracht habe. Hin- und Rückfahrt je mit dem Bus (die billigste kurzfristige Möglichkeit) hätten je vier Stunden dauern sollen – tatsächlich war letztere etwas länger, aber insgesamt eher unspektakulär. Auch dort habe ich wieder gemerkt, dass England grundsätzlich ein paar Zentimeter (oder Inch oder welche Einheit dafür angemessen ist) zu kurz für mich ist.Auch das Hostel bot nichts unerwartetes außer einer geänderten Adresse und einem unveränderten Lageplan. Das sagte uns aber erst Mr. Reception (stand zumindest so auf seinem Klingelschild), der auch sonst alle Anzeichen, z. B. Aufkleber, des früheren Hostels wohl als Andenken belassen hatte.

Da ich erst einmal und das in grauer Vorzeit, also vor etwa eineinhalb Jahrzehnten, in London war, habe ich mich auch wegen der Kürze der Zeit auf die Anfänger-Tour beschränkt und hauptsächlich Fotos an wichtigen Orten gemacht. Camden Markets, Piccadilly Circus, Houses of Parliament, Buckingham Palace, St James's Park, Covent Garden, Tower Bridge und Harrod's wären hier die Stichworte.
Ein paar Kommentare zu Leuten kann ich mir natürlich nicht verkneifen, was hauptsächlich andere Touristen trifft, denn normale Leute laufen in London anscheinend eher wenige herum. Interessanterweise stellen die Franzosen wohl die größte Gruppe, gefolgt von Deutschen und Italienern. Nur am Tower hat man den Eindruck, dass die Deutschen dominieren – keine Ahnung, was man daraus für Schlüsse ziehen kann.
Die starke Präsenz von Touristen aus Europa führt dazu, dass das Laufen in Menschenmengen wieder wie inzwischen ungewohnt für mich funktioniert: man weicht nach rechts aus. Da trainiert man sich diesen Instinkt mühsam ab und stößt trotzdem ständig wieder mit Leuten zusammen. Ich glaube ja, dass die Londoner selbst sich so auch auf die rechte Seite haben drängen lassen.

Zuletzt doch noch ein Kommentar zu London im Vergleich zu Manchester. Letzteres kommt einem bei der Rückkehr klein, häßlich und provinziell vor. Und das nicht nur von der Architektur, sondern auch von der Kleidung der Leute gesehen. Die Mädels dort kleiden sich etwas gediegener und haben einen Geschmack, der auch etwas anderes als Minirock zulässt – auch wenn die mittlere Höhe des Rocksaumes im Vergleich immer noch weit höher liegt als in Deutschland.

Genug der Rede, lasst die Bilder sprechen.

Sonntag, 9. März 2008

Denkmäler und Architektur

Heute also auf vielfachen Wunsch ein paar Bilder aus Manchester. Darin: das Alan-Turing-Denkmal, der Briefkasten, der den IRA-Anschlag überlebt hat und ein paar Gebäude in Manchester.

Denkmäler und Architektur

Mittwoch, 27. Februar 2008

Überlebt!

Jetzt muss ich doch nochmal ein kurzes Lebenszeichen geben. Ich weiß nicht, wie weit das durchgedrungen ist (Spiegel Online, BBC), aber gestern abend gab's hier ein Erdbeben, sogar mit Stärke 5,3 und ich habe es ohne körperliche oder geistige Schäden überlebt.

Ein ganz interessantes Erlebnis: als sich das Wasser in der Flasche neben meinem Bett bewegte, dachte ich noch an nichts besonderes. Das macht es nämlich immer, wenn jemand irgendwo im Haus eine Tür zufallen lässt. Als dann aber mein Bett kurz schwankte, kamen mir doch leichte Zweifel

Heute morgen habe ich dann erfahren, dass das tatsächlich ein Erdbeben war. Scheint aber nichts größeres passiert zu sein, außer ein paar umgefallenen Schornsteinen. Die Stadt sah ganz genau so aus wie gestern.

Das gibt mir endlich auch die Gelegenheit, ein Vorher-Nachher-Bild der Alan Road loszuwerden (nur ein Bild, weil es nach dem Erdbeben noch genauso aussieht wie vorher). Und wer mich bzw. meine Australien-Bilder kennt, weiß, dass der Sonnenuntergang nicht fehlen darf.

Alan Road vorher und nachher